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1639–1681

Unum discamus mori.

Heinrich Mühlpfort

Wenn wir die gantze Welt in unsern Kopff gefast Des Himmels Lauff geseh’n der Erden Ziel gemessẽ Bey frühem Morgen-Licht und auch bey Nacht ge- Und alles durchgesucht; so kommt ein fremder Gast

Weist uns das Stunden-Glaß und spricht: Mensch lerne sterbē Wo du nicht ewig wilst an Leib und Seel verderben. Ach Wunder-volle Kunst und unergründtes Werck! Die Weißheit so zuvor ein gantzes Land geehret

Wird da zum Kinderspiel. Was Plato hat gelehret Was Socrates gesagt und was der Künste Berg Von Klugheit bey sich hat das wird allhier zum Thoren Wer nicht recht sterben lernt ist ewiglich verlohren.

Und weil ich denn gewiß daß jede Stunde mich Aus diesem Leben rufft das Tag und Nacht bezeuget Wie nah der arme Mensch zu seinem Grabe steiget So mach ich mich bereit und trachte brünstiglich

In dieser höchsten Kunst nur dieses zu begreiffen Wie meine Seele mag in

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