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1639–1681

Sonnet.

Heinrich Mühlpfort

Seht mich Melandern an wie ich so mager worden Wie kaum die welcke Haut die dürren Knochen deckt. Seht die ihr mich geliebt nur daß ihr nicht erschreckt Denn als ich flüchtig ward verließ der Menschen Orden

Hat sich ein rauher Sturm von dem beeisten Norden Auf meinen Kopff gemacht weil mich kein Dach bedeckt. Selbst die Verfolgung hat bey mir die Reu erweckt So daß ich bitten muß man woll mich nicht ermorden.

Ich will nach Jauchendorff umb dort zu büssen ziehn. Beym Gerber mag ich nicht des Lebens Rest beschliessen. Seht meine Augen an wie sie mit Thränen fliessen! Ich will im neuen Jahr all Ubelthaten fliehn.

Nun Breßlau gute Nacht ich komme schwerlich wieder Such einst zu Jauchendorff die hinterbliebnen Glieder.

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