Was lieb' ich? lieb' ich denn das Hauß der grossen Welt? Ergetze mich an Ehr und hoher Würden-Macht? Verschliesse meine Zeit in Lieblichkeit und Lust? Ersättige mein Aug’ an Schönheit der Gestalt?
Thu meinem Leibe wohl bey guter Speiß und Tranck? Kauff Aecker Wiesen Feld und bau auf meinen Schatz? Nein; meine Seele scheut die wandelbare Macht Und haßt was sie befleckt die aufgeputzte Lust.
Sie kennt den Fallstrick wohl der reitzrischen Gestalt Und weiß daß sie erstickt in Schwelgerey und Tranck Wie sehr ihr hinderlich ein Kummer-reicher Schatz Und daß nur Eitelkeit wohnt in dem Hauß der Welt.
Ich liebe meinen GOtt den Brunnquell aller Lust Und sehe schon im Geist die himmlische Gestalt. Mein Schöpffer reichet mir den wahren Himmels-Tranck Schenckt mir die Seeligkeit ach unvergleichlich Schatz.
Die Erde stinckt mich an ich hasse Geld und Welt Weil über alles diß noch eine höh’re Macht. O Glantz der Herrlichkeit! O lieblichste Gestalt! Wie sehn ich mich nach dir! Geuß doch den Lebens-Tranck
Den dürren Lippen ein mein Heyland und mein Schatz! Befreye mich doch bald und nimm mich von der Welt In der ich schmachten muß! Dein unumbschriebne Macht Vermag ja zu ertheiln die höchstgewünschte Lust.
Ich habe nie geliebt der Wollust Zauber-Tranck Und geitzig nachgestrebt zu haben einen Schatz. Ich wuste daß verging die Eitelkeit der Welt Drumb war ich nicht ihr Freund. Ich lacht’ offt ihrer Macht
Und seuffz’te nur zu dir mein GOtt weil keine Lust Ohn Angst. Und Jahr und Zeit verderben die Gestalt. Nun HErr weil ich dich lieb entschlag ich mich der Welt Weil ich dein Allmacht ehr verspott ich ird’sche Macht
Und habe nur an dir und deinem Worte Lust. Mein geistlich Auge sieht dein’ Anmuth der Gestalt. Weg weil mein Bräutigam mich tränckt mit seinem Tranck Welt Macht Lust und Gestalt Tranck Aecker Wiesen Schatz.
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