Ach ja ich bin es werth ich hab es auch verdienet Ich muß mein Laster nur mit vollem Halß ausschreyn Kein Fürspruch hilft mich hier denn was ich mich erkühnet Ist eine solche Schuld die leicht nicht zu ver zeihn.
Ich habe mich an dir O höchster GOtt vergriffen Und dieses Schandmal kan vermänteln keine Kunst Ich weiß daß über mich dein Rach-Schwerdt schon geschliffen Drumb ist die Furcht der That wie auch die Scham umsonst.
Ich falle dir zu Fuß mit aufgehobnen Händen Benenne nur die Straf in der ich büssen muß Soll ich in meiner Brust den blossen Dolch umbwenden Ein Denckmal aufzubau’n vor dieses Urtheils Schluß.
Jtztleg’ auf dein Altar viel hundert Opffer-Kuchen Der fette Weyrauch soll biß an die Sterne gehn Ja wilstu gar mein Blut zu dem Besprengen suchen Fur meine Laster will ich dir ein Opffer stehn.
Ach könt’ ich Opffer seyn für so ein groß Verbrechen Denn alle Straffe ist für meine Schuld zu klein Doch wirstu so ergrimmt diß Thun nicht wollen rächen Daß Blut und ein Altar hier werden nöthig seyn.
Wie oft hat nicht dein Stuhl den schwächern Theil verziehen Und von dem Feinde Ruhm den du verschont gehabt. Dein sanft Gemüthe kan von solchem Zorn nicht glühen Daß es sich nach Verdienst zu straffen je gelabt
Ach Schutz der Sterblichen und Heil der weiten Erden Zu dem die gantze Welt viel tausend Wünsche schickt. Zeig auch in deinem Zorn sanfftmüthige Geberden Die Hand die Schwerdte trägt von der werd’ Hülf erblickt
Erlaubstu mir so viel (obschon die klügsten Worte Und der beredste Mund nichts meiner Sache nützt) Daß ich was weniges fürbring’ an deinen Ort (so wünsch ich) daß zugleich dein Recht auch sey beschützt.
Ach so vernein’ ichs nicht ich bin befleckt mit Sünden Denn der gemeine Wahn der hat mich so verführt. Jtzt will man alle Schuld mir auf den Rücken binden Da jeder doch das Feur in Kohlen aufgerührt.
Wenn der gantze Rasende in Weine sich besoffen Ein ander tolle Glut der Geilheit bey sich trug So hätten sie fürs Schwerdt den Oele-Zweig zu hoffen Und daß die Donner-Hand nicht drauf mit Keulen schlug.
Soll ich denn ewiglich im Zwiekampf mit dir leben Wilstu ein Fechter stets mich zu ermorden seyn Ists nicht genug daß ich dir will Und sagen meine Schuld verdienet Zorn und Pein.
Werd’ ich dir nicht zu gleich den schönsten Anlaß machen Daß meine Missethat dir noch zum Ruhm gedeyt Hätt ich mich nicht befleckt vergäbstu nicht die Sachen Und niemand priese dich ob deiner Gütigkeit.
Cookies on Poetry Cove