Dein auserwählter Schatz vertrauter Perlemuth Die mir der Himmel itzt schenckt zu dem höchsten Gut Und unsern Liebes-Bund geneiget unterschreibt Der auch trotz Noth und Tod beständig ist und
Mein Hertze hat ja längst zum Opffer dir gebrennt So hat dein schönes Aug’ auch meine Brunst gekennt Nun hat den Opffer-Tisch die Venus selbst bereit Umb den der Hymen auch die Liebes-Rosen streut.
Die Sternen sehn erfreut der Seelen Bündnüß an Und werffen grösser Licht von dem Saphirnen Plan Die angenehme Nacht sagt neue Freuden zu Und ruffet dir und mir Hertzliebste zu der Ruh.
Dein holdes Angesicht gewährt der Himmel mir Ich achte nicht die Sonn und aller Sternen Zier Ein recht-verliebter Blick den mir dein Hertz entdeckt Hat mehr Empfindlichkeit und Lust bey mir erweckt.
Jhr Buhler jener Zeit seyd nichtig hier geschätzt Die offt ein leer er Traum und Sinnen-Bild ergetzt: Mir legt der Himmel selbst die Perlemuth itzt bey Und flecht umb unser Haupt den Krantz von Lieb und Treu.
Wie seelig acht ich mich mein Kind bey dir zu seyn Ein Kuß von deinem Mund ist ja mein Nectar-Wein! Der zarten Armen Band so dich und mich verstrickt Hat Zunder heisser Lust dem Hertzen eingedrückt.
Die Worte fehlen mir mein Engel und mein Licht Du weist daß Liebenden Beredsamkeit gebricht Zu melden diese Glut so mir das Blut erhitzt Zu nennen diesen Brand in dem die Seele schwitzt.
Mein Trost auf dieser Welt und Freundin der nichts gleich Die Venus ladet mich heut in ihr Wollust-Reich Sie wird bey solchem Mahl die beste Wirthin seyn Und mit liebreicher Kost Hertz und Gemüth erfreun.
Komm schönste Perlemuth mein Hertze klopfft nach dir Wie eine Uhr sonst schlägt voll Hoffen voll Begier. Es hat Leander nicht die Hero so umbfast Als ich dich küssen will du höchst-verlangter Gast.
Cookies on Poetry Cove