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1639–1681

Ein anders.

Heinrich Mühlpfort

Ich bin vergnügt dein schöner Rosen-Mund Hat meinen Geist und Seele recht erquicket; Dein Kuß macht mir des Hertzens Meynung kund Und gleicher Trieb hat meine Seel entzücket.

Ich sage diß du hast nun obgesiegt; Ich bin vergnügt. Ich bin vergnügt dein Hertze erquickend Kuß Begegnet stets der Gegenwart der Seele

Eh’ diese noch zurücke lauffen muß Wart meiner schon in der Corallen-Höle. Ich fühle wol woran mir alles ligt Ich bin vergnügt.

Ich bin vergnügt dein heisser Kuß entdecket Wie treu du liebst! wie redlich deine Flammen! Es brennt ein Feur das im Verborgnen steckt Biß endlich schlägt die lichte Loh zusammen:

So auch ein Hertz das alles überwiegt Ich bin vergnügt. Ich bin vergnügt in deinem süssen Kuß’ Hab ich noch mehr als Ambrosin geschmecket

Es ist fürwahr der Anmuth Uberfluß. Ein Aufboth der stets neue Lust erwecket. Ein ander denck ob er dergleichen kriegt Ich bin vergnügt.

Ich bin vergnügt und ruh in deiner Schoß Hyelle Schatz und Sammelplatz der Freuden Die Liebe macht mich aller Sorgen loß. Ich will bey dir in nichts als Rosen weiden

Und sage stets weil es der Himmel fügt Ich bin vergnügt.

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