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1639–1681

Ein anderer an einen andern. JESUS .

Heinrich Mühlpfort

Der Eltern liebstes Pfand der Musen Lust und Wonne Gelehrter Tugend Kern mein Modrach zieht von Der Himmel schein’ ihn an mit seiner Gnaden-Sonne Und stell’ ihm einen May der Liebligkeiten für

Er aber werther Freund woll’ ihn geneigt empfangen Er wird dem Pleiß-Athen zu Ruhm und Ehren blühn Es brennt sein Hertze schon für eyfrigen Verlangen In deß Herrn Buhlen Hauß ein: als ein Gast zu ziehn.

Mit tausend Trähnen hat er unsre Stadt verlassen Die ihm der Freunde Treu auß Pflicht geliefert hat Daß so viel Engel itzt ihn auf der Reiß umfassen Biß er siht wohl beglückt die grüne Linden-Stadt.

Es setzt das Vater-Land auf ihn ein grosses hoffen Daß er ins künfftige sol Rath und Schützer seyn Mich dünckt ich sehe schon der Themis Tempel offen Die Göttin nimmt ihn auch zu ihrem Kleinod ein.

Er hat manch kluges Buch mit Nutzen auffgeschlagen Der Tugend Morgenröth im Wie solt’ er mit der Zeit nicht reiffe Früchte tragen Da ihn von Wiegen an der Phöbus angelacht.

Es wird sich Der Clarien ihr Hertz Alberti seyn bemüht Wie diese Pflantze mog in Helikon gedeyen Als derer Treffligkeit er schon auffsprossen siht.

Mein Buhle wird gewiß sein Hertz auch lassen blicken Dieweil er vest und tief in unsern Hertzen steht Und sein Gedächtnüß kan oft unsern Geist erquicken Ich seh’ auch diß im Geist wie er zu rathe geht

Und alle Freundschaffts-Pflicht ist embsig zuerfullen Wer kennt die Redlichkeit deß werthen Buhlen nicht? Der Höchste schicke diß nach seinem weisen Willen Daß auch in Ewigkeit nichts dieses Bündnüß bricht.

Ich wünsche nochmahls Heyl und tausendfaches Glücke Der dreymahl grosse GOtt halt über ihn die Hand; Mein Siegel ist das Hertz daß ich dem Brief aufdrücke Er öffne itzt sein Hauß und küsse dieses Pfand.

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