Darff ich nicht meine Freyheit haben
In der zuvor mein Geist geprangt?
Ist denn der freye Muth begraben?
Hat meine Lieb ihr End erlangt;
Daß sie muß in des Kerckers Nacht
Verlieren Zierde Glantz und Pracht.
Gefangne hoffen frey zu werden;
Ich weiß von keiner Rettung nicht.
Es lebt kein Mensch auf dieser Erden
Dem es so sehr an Trost gebricht.
Die Liebe die mich erst ergetzt
Hat nun ihr Schwerdt auf mich gewetzt.
Jetz muß ich schwere Kettentragen
Da ich zuvor in Kronen gieng.
Was ist noch übrig als verzagen;
Das Leben schätz ich selbst gering
Und wünsche noch viel Noth und Pein
Des Grabes lieber Gast zu seyn.
Ist mir versagt in deinen Armen
Mein allerschönstes Kind zu ruhn?
So wirst du dich doch noch erbarmen
Mir diesen letzten Dienst zu thun
Daß du nimmst meinen Schatten an
Der sonsten nirgends ruhen kan.
Gedencke was ich schon erlitten
Weil Himmel Glück und Zeit mein Feind:
Wie ich umb deine Gunst gestritten
Die mir nunmehr nicht hold erscheint.
Du kanst und sollst nicht meine seyn
Wie bitter geht mir dieses ein.
Und weil ich dich nicht soll besitzen
So such ich meinen eignen Tod
Der wird mein gutes Recht beschützen
Wie du mich hast gebracht in Noth.
Ich hasse nun das Tage-Licht
Dieweil ich dich darff sehen nicht.