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1639–1681

An die versagte Liebste.

Heinrich Mühlpfort

Darff ich nicht meine Freyheit haben In der zuvor mein Geist geprangt? Ist denn der freye Muth begraben? Hat meine Lieb ihr End erlangt;

Daß sie muß in des Kerckers Nacht Verlieren Zierde Glantz und Pracht. Gefangne hoffen frey zu werden; Ich weiß von keiner Rettung nicht.

Es lebt kein Mensch auf dieser Erden Dem es so sehr an Trost gebricht. Die Liebe die mich erst ergetzt Hat nun ihr Schwerdt auf mich gewetzt.

Jetz muß ich schwere Kettentragen Da ich zuvor in Kronen gieng. Was ist noch übrig als verzagen; Das Leben schätz ich selbst gering

Und wünsche noch viel Noth und Pein Des Grabes lieber Gast zu seyn. Ist mir versagt in deinen Armen Mein allerschönstes Kind zu ruhn?

So wirst du dich doch noch erbarmen Mir diesen letzten Dienst zu thun Daß du nimmst meinen Schatten an Der sonsten nirgends ruhen kan.

Gedencke was ich schon erlitten Weil Himmel Glück und Zeit mein Feind: Wie ich umb deine Gunst gestritten Die mir nunmehr nicht hold erscheint.

Du kanst und sollst nicht meine seyn Wie bitter geht mir dieses ein. Und weil ich dich nicht soll besitzen So such ich meinen eignen Tod

Der wird mein gutes Recht beschützen Wie du mich hast gebracht in Noth. Ich hasse nun das Tage-Licht Dieweil ich dich darff sehen nicht.

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