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1639–1681

An den kleinen Sporer.

Heinrich Mühlpfort

Der Sporer Stern und Licht Herr Oßwald seyd gegrüßt Weil heut euer Namens-Tag das Leben euch versüßt Und ihr sechs Schillge Jahr samt zweyen habt erlebet Auch stets nach Wissenschafft der alten Welt gestrebet

Viel Dinge selbst erfahren ob sich die Schwachheit gleich Auch häuffig an euch weist so ist euer Brunn doch reich An frischem Wasserquell und kan es schon ersetzen Was euch ja sonsten fehlt der Bauren ihr Ergetzen

Beruht auf diesem Trunck wenn ihr den Stengel mahlt Daß hernach ein Gesicht gleich schwartzen Mohren strahlt Es wünschet Stadt und Dorff euch noch ein länger Leben Daß Wasser ihr der Welt zum besten könnet geben.

Heut aber diesen Tag da übersend ich Wein Den schlürffet durch den Zahn fein sacht in Hals hinein. Laßt eure Weisheit hören und lehret das die Schwachen Am allerkünstlichsten nachdencken ihren Sachen.

Wenn eures Hauptes Schnee zergeht wirds kotig seyn Der Brunn vertrocknet gar. Und weil ihr Heuchelschein Und falsche Reden haßt mein Teutsch-gesinnter Alter Der Meister Kron allhier und würdig Brunn Verwalter

So thut auff Redlichkeit und Teutsch fein einen Trunck; Denn diesen heut’gen Tag seht ihr nicht mehr so jung.

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