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1639–1681

1.

Heinrich Mühlpfort

Erhell aus dem Schilffedein blaues Gesichte Sanfft-wallender Oder-Strohm silberner Fluß Die Segel zu födern in gleichem Gewichte So schwelle die Adern in stärckerem Guß

Verzögre nicht deine Cristalline Fluth Du führest auff heut ein unschätzbares Gut. Kein stürmender Nordwind entböhre die Wellen Weil Mar garis deinem Gewässer vertraut

Es müsse sich liebliches Wetter erhellen Daß sie mit gesegneten Regen bethaut Der Zefyr-Wind blase Narcissen herfür Und mehre der Margaris him̃lische Zier.

Auff Franckfurt bereite dich sie zu empfangen Dein Sohn zeugt beglücket nach Hause mit Beut Jhr Najaden kommt ihm entgegen gegangen Die ihr umb dieselbigen Ufer rumb seyd

Verehret die neue willkommene Braut Mit Gaben die euch der Geliebte vertraut. So blühe nun Margaris unter den Reben Und siege dem Weinstock an Fruchtbarkeit ab

Wir wollen dir unser Geleite hingeben Und schencken dir diesen umbwundenen Stab Zum Zeichen gepflogener Freundschafft und Lust Der Margaris sey nichts als Wohlstand bewust.

Wie dieser Freuden-Wunsch zu Ende war gebracht Kommt Venus Kammer-Magd und saget wie der Wagen Schon fertig angespannt die Nymfen heim zu tragen Sie geben wiederumb der Braut noch gute Nacht

“und ziehn was traurig fort weil Margaris vergnüget &q;Bey ihnen aber Stroh’ und Feur verborgen lieget.

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