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1861

XXXIILuther

Conrad Ferdinand Meyer

Je schwerer sich ein Erdensohn befreit, Je mächt'ger rührt er unsre Menschlichkeit. Der selber ich der Zelle früh entsprang, Mir graut, wie lang der Luther drinnen rang!

Er trug in seiner Brust den Kampf verhüllt, Der jetzt der Erde halben Kreis erfüllt. Er brach in Todesnot den Klosterbann – Das Große tut, nur wer nicht anders kann!

Er fühlt der Zeiten ungeheuren Bruch Und fest umklammert er sein Bibelbuch. In seiner Seele kämpft, was wird und war, Ein keuchend hart verschlungen Ringerpaar.

Sein Geist ist zweier Zeiten Schlachtgebiet – Mich wundert's nicht, daß er Dämonen sieht!

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