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1861

XXIIDer Komtur

Conrad Ferdinand Meyer

Als ich entlang das helle Seegestad Nach Pfäffers ritt ins heiße Felsenbad, Wo man in Unterwelt und Wellenguß An schwankem Seile niederschweben muß,

Wo keck zur Hölle fahren Mann und Weib Und wiederkehren mit geheiltem Leib – Fand ich in Küsnach gastlich Nachtquartier Und scherzend sagte der Komtur zu mir:

„Braucht Ihr Moneten? Tuet nicht verschämt! Der Pächter brachte zwanzig Gulden. Nehmt! Werft keinen nieder! Hier ist's unerlaubt. Nehmt! Und Ihr habet bloß den Staat beraubt!

Mein teurer Ritter, nehmet ungeziert! Wir werden morgen säkularisiert Und lieber als dem Staat, der alles frißt, Gönn Euch ich's, der ein Mensch und Würfler ist.“

Ich strich es ein und schwang mich in den Sitz Und lachte: Herr Komtur, Ihr habet Witz. Und weiter oben, wo sich biegt der See Und nah und näher tritt der ew'ge Schnee,

Bespiegelt' in der Flut ein Eiland sich, Daran ich leichten Sinns vorüberstrich. Ich ließ es rechts im flücht'gen Wellenspiel Und ahnte nicht mein letztes Wanderziel.

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