Skip to content
1861

XVIIIDie Gebärde

Conrad Ferdinand Meyer

's war in der Krone, daß mich einer fand, Der mich in meinem ersten Flaum gekannt. Der Ott von Gemmingen. Er drückte sich Durch das Gelag und rückte neben mich.

„He da! Utz! Lieber Utz! Was ward aus dir? Bist du am Hof von Mainz ein großes Tier? Bist Doctor juris utriusque du? Des Kaisers Schreiber oder Rat dazu?

Nein? Nun, was bist du denn? Des Hofgerichts?“ Ich aber sagte trocken: Ich bin nichts. Jetzt mustert' er mein ausgedient Gewand, Die hohlen Wangen auch, die magre Hand.

„Eins bist du: Siech! Das redet dein Gesicht!“ Ich glaubte mich geheilt und bin es nicht. Da streckt' den Finger er und zog damit Sich sauber um die Gurgel einen Schnitt.

Du rätst...? Er nickte. Drob hab ich gelacht. Dann hab ich der Gebärde nachgedacht. Unleidlich scheint dem frohen Kind der Welt Dein Dasein, Hutten – drum verbrauch's als Held!

Wovor des kühnsten Mannes Busen zagt, Das sei von dir in freier Lust gewagt!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
XVIIIDie Gebärde · Conrad Ferdinand Meyer · Poetry Cove