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1861

XLIVDer Schaffner

Conrad Ferdinand Meyer

Im Paradiese selber träfe man Wohl einen an, den man nicht leiden kann. So geht es mir auf diesem grünen Platz. Der Schaffner ist ein Schelm und ist ein Fratz.

Ich möchte höchstens in der Lese sehn Gekrümmt ihn unter einer Bütte gehn. Ich Ketzer bin dem Klosterknecht verhaßt Und seinen Geiz verdrießt der arme Gast.

Er schielt. Er blinzelt gegen's Sonnenlicht Und meinen graden Blick verträgt er nicht. Er wünscht mir: „Euch gedeih der Aufenthalt!“ Und betet: „Hole dich der Teufel bald!“

Ein Schurke, wer mir so ins Angesicht Und hinter meinem Rücken anders spricht! Nun hab ich ihn gelobt und damit gut! Sein wackrer Junge hat gesunder Blut.

Hier wandeln die Geschlechter sich geschwind Und anders als der Vater blickt das Kind. Natur ist in den Hochgebirgen stark Und ihre Lüfte stählen Herz und Mark:

Der Junge, der mit Hutten saß im Boot, Wird brav und treu und bleibt's bis in den Tod!

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