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1861

XDer Vetter Hans

Conrad Ferdinand Meyer

Ein schöner Mensch, mit dem das Glück gedahlt, Hat dunklem Schicksal schweren Zoll bezahlt. Fortunens Liebling war der Vetter Hans, Der mich an Lebenskraft verdunkelt ganz.

Oft dacht ich, dem die Wange früh gebleicht: In einem solchen Körper lebt sich's leicht! Das Haupt mit dem gepflegten Bart, er trug's Siegreich und war von schlankem Edelwuchs.

Er ritt und focht und tanzte meisterhaft, War aller Fraun und Mädchen Leidenschaft. Er freite flink. Das junge Weib gefiel Dem Herzog und der Teufel trat ins Spiel.

Der Herzog sank vor Vetter Hans aufs Knie: „Dein Weib! Nicht leben kann ich ohne sie!“ Das fand der Vetter Hans ein komisch Wort Und er bespottet's weidlich hier und dort:

„Der Herzog wendet an den Rechten sich! Den Mann ums Weib zu bitten! Lächerlich.“ Das Lachen ward dem Herzog hinterbracht Und Vetter Hans hat sich zu Tod gelacht.

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