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1874

Schnitterlied

Conrad Ferdinand Meyer

Wir schnitten die Saaten, wir Buben und Dirnen, Mit nackenden Armen und triefenden Stirnen, Von donnernden dunkeln Gewittern bedroht – Gerettet das Korn! Und nicht einer, der darbe!

Von Garbe zu Garbe Ist Raum für den Tod – Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot! Hoch thronet ihr Schönen auf güldenen Sitzen,

In strotzenden Garben umflimmert von Blitzen – Nicht eine, die darbe! Wir bringen das Brot! Zum Reigen! Zum Tanze! Zur tosenden Runde! Von Munde zu Munde

Ist Raum für den Tod – Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot!

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