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1861

Noch einmal

Conrad Ferdinand Meyer

Noch einmal ein flüchtiger Wandergesell – Wie jagen die schäumenden Bäche so hell, Wie leuchtet der Schnee an den Wänden so grell! Hier oben mischet der himmlische Schenk

Aus Norden und Süden der Lüfte Getränk, Ich schlürf es und werde der Jugend gedenk. O Atem der Berge, beglückender Hauch! Ihr blutigen Rosen am hangenden Strauch,

Ihr Hütten mit bläulich gekräuseltem Rauch – Den eben noch schleiernder Nebel verwebt, Der Himmel, er öffnet sich innig und lebt, Wie ruhig der Aar in dem strahlenden schwebt!

Und mein Herz, das er trägt in befiederter Brust, Es wird sich der göttlichen Nähe bewußt, Es freut sich des Himmels und zittert vor Lust – Ich sehe dich, Jäger, ich seh dich genau,

Den Felsen umschleichest du grau auf dem Grau, Jetzt richtest empor du das Rohr in das Blau – Zu Tale zu steigen, das wäre mir Schmerz – Entsende, du Schütze, entsende das Erz!

Jetzt bin ich ein Seliger! Triff mich ins Herz!

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