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1861

LXVDie Traube

Conrad Ferdinand Meyer

Freund Holbein, fehlt im Totentanze dir Der Dichter noch, so komm und mal mich hier, In meinem Sessel schlummernd ausgestreckt, Das Angesicht mit stillem Blaß bedeckt!

Daneben trete leis der Tod ins Haus Doch laß mir lieber weg der Sense Graus! Am Bogenfenster siehst die Traube du? Die male goldig angehaucht hinzu!

Ein blitzend Winzermesser gibst du dann In die verdorrte Hand dem Knochenmann! Und der Verständ'ge merkt des Bildes Sinn, Daß ich die Edeltraube selber bin,

Die heut gekeltert wird und morgen kreist In Deutschlands Adern als ein Feuergeist.

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