Skip to content
1825–1898

Lieder-Seelen.

Conrad Ferdinand Meyer

In der Nacht, die die Bäume mit Blüten deckt, Ward ich von süßen Gespenstern erschreckt, Ein Reigen schwang im Garten sich, Den ich mit leisem Fuß beschlich;

Wie zarter Elfen Chor im Ring Ein weißer, lebendiger Schimmer ging. Die Schemen hab' ich keck befragt: Wer seid ihr, luftige Wesen? Sagt!

„ich bin ein Wölkchen, gespiegelt im See.“ „ich bin eine Reihe von Stapfen im Schnee.“ „ich bin ein Seufzer gen Himmel empor!“ „ich bin ein Geheimnis, geflüstert ins Ohr.“

„ich bin ein frommes, gestorbenes Kind.“ „ich bin ein üppiges Blumengewind —“ „und die du wählst, und der's beschied Die Gunst der Stunde, die wird ein Lied.“

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Lieder-Seelen. · Conrad Ferdinand Meyer · Poetry Cove