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1825–1898

La Röse.

Conrad Ferdinand Meyer

Als der Bernina Felsenthor Durchdonnerte der Wagen Und wir im Süden sahn empor Die Muschelberge ragen,

Blies schmetternd auf dem Rößlein vorn Der in der Lederhose. „wen grüßest du mit deinem Horn?“ „die Rose, Herr, die Rose!“

Mit flachem Dach ein Säulenhaus, Das erste welsche Bildniß, Schaut Röse weinumwunden aus Verworr'ner Gartenwildniß —

Es ist, als ob des Baches Flut Melod'scher schon ertose, Hell brennt in Abendsonnenglut Die Rose, ja, die Rose.

Nun, Herz, beginnt die Wonnezeit Auf Wegen und auf Stegen, Mir strömt ein Hauch von Ueppigkeit Und ew'gem Lenz entgegen —

Mir gaukelt um die helle Stirn Ein Falter mit Gekose — Den Wein bringt eine junge Dirn, Die Rose, ja, die Rose.

Noch einmal darf in südlich Land Ich Nordgeborner wallen, Vertauschen meine Felsenwand Mit weißen Marmorhallen.

Gegrüßt, Italien, Licht und Lust! Ich preise meine Loose! Du bist an unsrer Erde Brust Die Rose, ja die Rose!

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