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1825–1898

Im Konzert.

Conrad Ferdinand Meyer

Heut im Konzerte hielt ich Zwiegespräch Mit einem allerliebsten Mädchenhals, Der aus derselben Bank geschimmert schon Ein früher Mal ... Du hattest, sagt' ich ihm,

Ein schmales Kettlein an, besinne dich! Vielteilig, sein gefügt, von blassem Gold, Süß leuchtend aus dem Dunkel des Gewands. Verloren ging's? Vielleicht ist's nur verlegt?

Zerbrach es eben erst der Finger Hast? Trug's ein Gespiel davon, ein schmeichelndes? Warf, dich betörend, eine Hand dir's um, Die Treue brach? Du hassest jetzt das Band?

Du trauerst, Hälschen? Heute neigst du dich Ein bischen tiefer als das letzte Mal? Der eigenartige Satz: Die Flöte klagt: „das Hälschen neigt sich etwas tiefer heut!“

„o dunkles Schicksal!“ dröhnt verhängnisvoll Das melancholische Violoncell ... Ein feines Glöckchen aber spottet hell: „das Kettlein steckt im blauen Sammt des Schreins.

Aus einer reinen Laune blieb's zu Haus.“

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