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1825–1898

Die Zwingburg.

Conrad Ferdinand Meyer

Gebrochen ist der alte Twing, Ringsum ergrünt sein Mauerring, Der Eppich schwankt im Fenster, Versunken in der Erde Schooß

Tief unter das besonnte Moos Sind Ritter und Gespenster. Wo durch das tiefgewölbte Thor Die zorn'ge Fehde schritt hervor

Und ließ die Hörner schmettern, Da hat sich, duftig eingeengt, Ein Zicklein ans Gesträuch gehängt Und nascht von jungen Blättern.

Wo wild verträumt Frau Minne stund, Zerrann auf blauem Himmelsgrund Der kecke Bau des Erkers. Wo tief der stumme Haß gegrollt,

Liegt weich, ins hohe Gras gerollt, Ein feuchter Stein des Kerkers. Und wo den Teich vom Hügelhang Herab die trotz'ge Feste zwang

Ein finster Bild zu spiegeln, Da rudert, von der Flut benetzt, Der Burg zerstörtes Wappen jetzt: Ein Schwan mit Silberflügeln.

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