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1861

Die Kapelle der unschuldigen Kindlein

Conrad Ferdinand Meyer

Aus Henkerfäusten flogen zum Himmel sie empor, Sie treten zwei und zweie hinein ins sel'ge Tor, Einand' am Händchen haltend und singend wohlgemut, Sie tragen in den Locken ein leuchtend Mal von Blut.

„Wir kommen in den Himmel – und solches ist uns lieb – Weil das gelobte Kindlein statt unser unten blieb! Wir litten für das Büblein den herben Todeskuß, Den es am bittern Kreuze statt unser leiden muß!“

Die Engel alle kommen heran in hellem Flug, Sie bringen schönes Spielzeug und Blumenlust genug. Jetzt führen sie den Reigen mit Fiedel und Schalmei... Es klagt aus ferner Tiefe der Mütter Wehgeschrei.

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