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1861

Der LandgrafFußnoten

Conrad Ferdinand Meyer

Mir sitzt zu Hause, jung gezähmt Und leicht gelähmt, Ein Steinaar im Verließe, Der martert sich den Hals zu drehn,

Ins Blau zu sehn, Aus dem er gerne stieße. So streck ich Landgraf ebenfalls Den Kopf und Hals

Wohl durch das Kerkergitter, Ob etwas auf der Straße zieht Für mein Gemüt, Ein Schüler oder Ritter.

Der Kaiser, der vergichtet ist, Drum gerne mißt Die Kost der harschen Lüfte, Vergaß, wie schwer ein ganzer Mann

Entraten kann Das Jagdhorn an der Hüfte. Ich wurde hinterrücks gefällt, Ein Netz gestellt

Ward mir mit falschen Schriften! Wer mir mit lächelndem Gesicht Die Treue bricht, Der kann mich auch vergiften!

Wär ich ein römisch blöder Mann, Ich wähnte dann: Damit hätt ich's verbrochen, Daß triumphierend ich hinaus

Zum Gotteshaus Schmiß Mühmchen Lisbeths Knochen! Jüngst warf ich auf den Festungsrain Ein Stüberlein

Dem Bettler hin, dem lahmen: Den schlug der Spanier bis aufs Blut – Mich fraß die Wut – Der Teufel hol ihn! Amen!

Wohl läg ich besser auf dem Feld – Ade, du Welt! – Gewundet und erstochen! Wie Meister Ulrich Zwingli lag

Am grünen Hag, Den hellen Blick gebrochen! Nur tröstet mich das eine doch: Das päpstlich Joch

Ist in den Dreck getreten! Wir dürfen ohne Klerisei Und Heuchelei Getrost zum Herrgott beten!

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