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1825–1898

Der geschändete Baum.

Conrad Ferdinand Meyer

Sie haben mit dem Beile dich zerschnitten, Die Frevler — hast du viel dabei gelitten? Ich selber habe sorglich dich verbunden Und traue: Junger Baum, du wirst gesunden!

Auch ich erlitt zu schier derselben Stunde Von schärferm Messer eine tiefre Wunde. Zu untersuchen komm' ich täglich deine Und unerträglich brennen fühl' ich meine.

Du saugest gierig ein die Kraft der Erde, Mir ist, als ob auch ich durchrieselt werde! Der frische Saft quillt aus zerschnittner Rinde Heilsam. Mir ist, als ob auch ich's empfinde!

Indem ich Ist mir, als ob sich Natur beginnt zu wirken und zu weben, Ich traue: Beiden geht es nicht ans Leben!

Wie viele, Wir beide prahlen noch mit unsern Narben!

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