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1869

Das Weib des Admirals

Conrad Ferdinand Meyer

Auf mondenhellem Lager wälzt ein Weib, Ein schlummerloses, sich: „O banger Pfühl! Auch du, mein sorgender Gemahl, du wachst! Wer dürfte schlafen? Horch, die Folter stöhnt...

Erwürgte modern ohne Leichentuch, Sieh unser Linnen, Chatillon, wie fein! Gen Himmel schreit der Märt'rer frommes Blut, Ich schreie, Herr, in deinen Armen mit!

Mein Held, ich rede Zeugnis gegen dich Vor Gott, entrollest du dein Banner nicht!“ Sie schweigt in düstrer Glut. Er sinnt und sagt: „Erwäge, Weib, die Schrecken, die du wählst!

Dies Haus in Rauch und Trümmern! Dies mein Haupt Verfemt, dem Meuchelmord gezeigt – geraubt! Entehrt dies Wappen von des Henkers Hand! Du mit den Knaben bettelnd auf der Flucht!

Wählst du dir solches? Nimm drei Tage Frist!“ – „Drei Tage Frist? Sie sind vorbei. Brich auf!“

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