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1825–1898

Das Goldtuch.

Conrad Ferdinand Meyer

„ihr Mägde, schaut, was ihr im Schreine habt! Nicht darfst du mir von hinnen unbegabt, Mein blonder Enkel, der der Ahne bot Mit priesterlichen Händen Gott im Brot!“

Mathilde sprach's die Fürstin, sterbeschwach. Richburg die Schaffnerin seufzt' Weh und Ach! „hin gabst den Armen Alles du! Allein Dein goldgewoben Bahrtuch liegt im Schrein!“

— „Die goldne Decke! Gebt dem Bischof die! Brauthemd und Bahrtuch fehlt den Frauen nie!“ ... Der Jüngling zaudert ... „Nimm die Decke! Kränk' Mich nicht!“ Er nimmt und zieht mit dem Geschenk.

Sie athmet aus. Es läutet lang und schön Mit allen Glocken von des Münsters Höhn. Was wandert dort im letzten Sonnenblick? Mathildens Bahrtuch kehrt zu ihr zurück.

Abspringt ein Reiter, der den Thurm ersteigt. „den Bischof warf das Roß. Ein Todter schweigt. Wir bringen ihn! Verdoppelt das Geläut! Ihr Glöckner, zwier bekommt ihr Löhnung heut!“

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