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1825–1898

Begegnung.

Conrad Ferdinand Meyer

Mich führte durch den Tannenwald Ein stiller Pfad, ein tief verschneiter, Da, ohne daß ein Huf gehallt, Erblickt' ich plötzlich einen Reiter.

Nicht zugewandt, nicht abgewandt, Kam er, den Mantel umgeschlagen, Mir däuchte, daß ich ihn gekannt In alten, längst verschollnen Tagen.

Der jungen Augen wilde Kraft, Des Mundes Trotz und herbes Schweigen, Ein Zug von Traum und Leidenschaft Berührte mich so tief und eigen.

Sein Rösslein zog auf weißer Bahn Vorbei mit ungehörten Hufen. Mich faßt's mit Lust und Grauen an Ihm Gruß und Namen nachzurufen.

Doch keinen Namen hab' ich dann Als meinen eigenen gefunden, Da Roß und Reiter schon im Tann Und hinterm Schneegeflock verschwunden.

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