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1861

Alle

Conrad Ferdinand Meyer

Es sprach der Geist: Sieh auf! Es war im Traume. Ich hob den Blick. In lichtem Wolkenraume Sah ich den Herrn das Brot den Zwölfen brechen Und ahnungsvolle Liebesworte sprechen.

Weit über ihre Häupter lud die Erde Er ein mit allumarmender Gebärde. Es sprach der Geist: Sieh auf! Ein Linnen schweben Sah ich und vielen schon das Mahl gegeben,

Da breiteten sich unter tausend Händen Die Tische, doch verdämmerten die Enden In grauen Nebel, drin auf bleichen Stufen Kummergestalten saßen ungerufen.

Es sprach der Geist: Sieh auf! Die Luft umblaute Ein unermeßlich Mahl, so weit ich schaute, Da sprangen reich die Brunnen auf des Lebens, Da streckte keine Schale sich vergebens,

Da lag das ganze Volk auf vollen Garben, Kein Platz war leer und keiner durfte darben.

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