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1825–1898

Abschied von Corsica.

Conrad Ferdinand Meyer

Oelbaumsilber, Myrte, Lorbeer, Pinie, Bald im Schnee der Heimath denk' ich euer — Sanfte Buchten, blaue Meereslinie, Auf dem Abend dunkelnd Burggemäuer!

Aus der Schlucht erstrahlend Hirtenfeuer! Lebet, Corsen, wohl, mir lieb geworden! Vor den Kirchen lüpft ihr leicht die Hüte! Gerne knallt ihr und ein bischen Morden

Steckt seit alter Zeit euch im Geblüte — Daß die heil'ge Jungfrau euch behüte! Klimmend am Gestein des Insellandes Lebet wohl, ihr hitz'gen, kleinen Pferde!

Wallend um die Krümmungen des Strandes, Lebet, Schafe, wohl! Gedrängte Heerde Mit den weichsten Vließen auf der Erde! Lebet wohl, ihr grellen Hirtenflöten,

Um die Gunst der jungen Corsin werbend! Lebet wohl, ihr warmen Abendröten, In den weiten Himmeln selig sterbend, Erst die Wolken, dann die Fluten färbend!

Märchen, aus dem Tageslicht verschollen, An Ajaccio's nächt'ger Hafenstiege Lebe wohl im dumpfen Wogenrollen! Ehernes Gedröhn der hundert Siege

Um des todten Welterob'rers Wiege! Schwer entsagt das Aug der offnen Ferne, Schwer das Ohr dem Meereswellenschlage — Unter kält're Sonnen, blass're Sterne

Folget mir, ihr Inselwandertage, Und umklingt mich dort, wie eine Sage ...

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