Skip to content
1882

1.

Conrad Ferdinand Meyer

Ich lag an einem Raine Mit meinem dürren Stab. Was lauf ich? Meine Beine Erlaufen nur das Grab...

Ein Wandrer zog derenden, War noch ein Knabe fast, Der hielt als Stab in Händen Den blütenreichsten Ast.

„Grüß Gott dich, schöner Wandrer! Bist du es, Knabe Lenz?“ Er rief: „Ich bin kein andrer Und komme von Florenz!“

Das mußte mich erwecken. „Kind Lenz, ich wandre mit!“ Wir hoben unsre Stecken In einem Schritt und Tritt.

Die beiden Stäbe hoben Kind Lenz und ich zugleich; Auch meiner ward von oben Bis unten blütenreich.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
1. · Conrad Ferdinand Meyer · Poetry Cove