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1776

Mailied

Friedrich von Matthisson

Nachtigallen flöten Durch die Lenzgebüsche, Wann die Sonne sinkt! Nachtigallen flöten

Durch die Apfelbäume, Wann das Morgenroth erwacht! Weis und rothe Blüten Kleiden alle Wipfel,

Wo die Biene sumt; Grüne Kräuter duften In den Wiesenthalen, Wo das Maienlämchen gras't!

Mädchentänze schweben Ueber Blumenrasen, Unter Flötenklang! Seht! von Jünglingsküssen

Glüht die volle Wange. Und der holde Rosenmund! Lustgefühl und Wonne Winkt die junge Freude

Sanft in jedes Herz! Ihrem Zauberstabe Huldigt alles Wesen, Bis zum niedren Staubgewürm!

Ha! die süsse Göttin Schwebt an meine Seite, Beut mir ihren Arm, Führt mich zu den Tänzen,

Zu den Mädchenküssen Und zum frohen Kelchgelag! Ihrer Leitung fröhlich, Will ich stets des Maien

Mich fortan erfreun! Eh' sein linder Odem Durch die Trauerkränze Meines Aschenhügels weht.

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