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1783

Lauras Quelle

Friedrich von Matthisson

Quelle! dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen, Seit am Blumenaltare deiner Ufer, Seit im Tempel deiner Gesträuche, Laura Weinend mit Gott sprach!

Geister des Himmels müssen dich umschweben, Stille Stäte, wo Laura betend hinsank, Wo die Zukunft über der Gruft sich ihren Blicken enthüllte!

Huldigend schmiegten sich des Frühlings Kinder Um des weissen Gewandes Saum, die Lüfte Wehten Purpurblüthen auf ihres Hauptes Wallenden Schleier!

Ueber ihr Antliz war die Ruh' des Himmels, War der Friede der Engel ausgegossen, Und verklärend hellte des bessern Lebens Hoffnung ihr Auge.

Siehe! da wallte Gott, im sanften Säuseln, Durch die Stille des Hains, Erhörungswonne Floß, wie Thau in schmachtende Rosenkelche, Ihr in die Seele!

Quelle! dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen! Jede Blume, worauf die Holde kniete, Will ich sorgsam pflücken, und ihre Urne Weinend bekränzen!

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