Skip to content
1798

Hexenfund

Friedrich von Matthisson

Endlich, alte Wundergerte, Ueber ein Jahrtausend Nur in Gräbern hausend, Hobst du dich ans Licht hervor:

Furchtbar krachte das gesperrte Geisterthor. Wahrlich, als wir Hexenjünger Dich auf Alraunbeeten

Ahnungsvoll erspähten, Waltete mit unsrer Schaar Salomos erhabner Finger Unsichtbar.

In des Erdballs Mittelpunkte, In des Mondes Grüften, In der Sterne Klüften, Herrscht allmächtig auf und ab

Der in Drachenblut getunkte Zauberstab. Ziehn wir, nach der hohen Weise Aechter Spuckvollstrecker,

Nun um Todtenäcker, Bei des Abgrunds Melodey, Der geheimnißschwangern Kreise Dreimal drei.

Treu dem Saz der Meistergilde, Laßt aus Memfis Tiefen Dunkle Hieroglyfen Eng' uns um die Zirkel reihn,

Und zum Weihaltare bilde Sich Gebein. Wann die Leichensteine beben, An des Kirchhofs Eiben

Sich die Blätter sträuben Und aus morscher Särge Nacht Sieben Flämmchen bläulich schweben. Ist's vollbracht!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Hexenfund · Friedrich von Matthisson · Poetry Cove