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1796

Erinnerungen

Friedrich von Matthisson

Am Seegestad', in lauen Vollmondnächten, Denk' ich nur dich; Zu deines Namens goldnem Zug verflechten Die Sterne sich.

Die Wildniß glänzt in ungewohnter Helle, Von dir erfüllt; Auf jedes Blatt, in jede Schattenquelle Malt sich dein Bild.

Gern weil' ich, Grazie, wo du den Hügel Hinabgeschwebt, Leicht wie ein Rosenblatt auf Zefyrs Flügel Vorüberbebt.

Am Hüttchen dort bekränzt ich dir umflossen Von Abendglut, Mit Immergrün und jungen Blütensprossen Den Halmenhut.

Bei jedem Lichtwurm, in den Felsenstücken, Als ob die Feen Da Tänze webten, riefst du voll Entzücken: Wie schön! wie schön!

Wohin ich blick' und geh', erblick' ich immer Den Wiesenplan, Wo wir der Berge Schnee mit Purpurschimmer Beleuchtet sahn.

Ihr schmelzend Mailied weinte Filomele Im Uferhain; Da fleht' ich dir, im Blick die ganze Seele: Gedenke mein!

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