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1786

Die Elfenkönigin

Friedrich von Matthisson

Was unterm Monde gleicht Uns Elfen flink und leicht? Wir spiegeln uns im Thau Der sternenhellen Au,

Wir tanzen auf des Baches Moos', Wir wiegen uns am Frühlingssproß, Und ruhn in weicher Blumen Schooß! Ihr Elfen, auf den Höh'n!

Ihr Elfen, an den See'n, Zum thaubeperlten Grün Folgt eurer Königin! Im grauen Mettenfädleinkranz,

Umflimmert von des Glühwurms Glanz, Herbei! herbei! zum Mondscheintanz! Ein Schleier, weiß und fein, Gebleicht im Sternenschein

Auf kühler Todtengruft, Umwall' euch leicht wie Duft! Durch Moos und Schilf, durch Korn und Hain, Bergauf, thalab, waldaus, feldein,

Herbei! herbei! zum Ringelreihn! Beim Sommermondscheinball, Am Quell im Erlenthal, Umschleiert unser Chor

Ein weisser Nebelflor; Wir kreisen schnell, wir schweben leicht, Ein finstres Gnomenheer entsteigt Dem Erdenschooß und harft und geigt!

Das Mark vom Schmetterling Den eine Jungfrau fieng, Das Hirn der Nachtigall Bereiten wir zum Mahl,

Und schlürfen, unter Rundgesang Und Flötenton und Harfenklang, Aus Blumenkelchen Göttertrank! Herbei! herbei! zum Tanz

Im Mettenfädleinkranz! Schnell rollt der Elfen Kreis Im zirkelrunden Gleis! Wo ist ein Fuß der nimmer glitt?

Wir Elfen fliehn mit Zephyrschritt, Kein Gräschen beuget unser Tritt!

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