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1792

Die Elementargeister

Friedrich von Matthisson

Die Sylfen entwallen Des Morgenroths Hallen. Wie lieblich, wie mild Ihr Purpurgebild

Aus Aether gehaucht In Aether sich taucht! Ein Rosenblatt würde Den Schwingen zur Bürde.

Ihr Sinn ist so hell, Ihr Schweben so schnell Wie Stralen der Sonne! Sie locken zur Wonne

Mit Nachtigalltönen, Und bieten galant Bezauberten Schönen Die lösende Hand.

Im Schloß der Ondinen, Das, glänzend auf grünen Gewölben der Fluth, Im Ozean ruht,

Regiert das Gefühl Im heiligen Stil. Man läutert die Sinne Zu geistiger Minne,

Ist weicher wie Wachs Und blonder wie Flachs. Als Zofen umknixen Blaulockige Nixen

Die hehren Vestalen, Und wann, bei den Qualen Petrarkas, man Zähren Des Mitgefühls weint,

Naht auch wohl in Ehren Ein Triton als Freund. Des Flammenreichs Meister Sind rastlose Geister.

Bald schlängelt ihr Lauf Sich mondwärts hinauf, Bald flackern sie fix Hernieder zum Styx.

Ihr tummelndes Wirken In Amors Bezirken Zu Frevel und Brand Ist leider bekannt.

Auch droht ihre Gabe Zum Irrlichtertrabe, Bei nächtlichen Reisen Nach Hymens Altar,

Selbst bärtigen Weisen Oft große Gefahr. Gleich schwarzen Fantomen Entklettern die Gnomen,

In wolkiger Nacht, Dem dunstigen Schacht. Ein träges Geschlecht! Nicht Herr und nicht Knecht

Spürts immer nach Nebel, Hat Beine wie Säbel; Es watschelt, es tappt Possirlich verkappt,

Bald äffisch und drollig, Bald bärenhaft knollig, Trägt Pelze von Ratten Und spottet des Lichts

Beim Scheine des platten Karfunkelgesichts.

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