Skip to content
1789

Das Feenland

Friedrich von Matthisson

Mit Rosen umweben Der Sterblichen Leben Die gütigen Feen; Sie wandeln und walten

In tausend Gestalten, Bald häßlich, bald schön. Da wo sie gebieten Lacht alles, mit Blüten

Und Grün emaillirt; Ihr Schloß von Topasen Ist herrlich mit Vasen Von Demant geziert.

Von Zeilons Gedüfte Sind ewig die Lüfte Der Gärten durchweht; Die Gänge, statt Sandes,

Nach Weise des Landes, Mit Perlen besät. Ambrosiatische Sind hier in der Frische

Der Grotten versteckt; Dort blasen im Grünen Kristallne Delfinen Tokaier und Sekt.

Den Blüten entflimmert, Von Früchten umschimmert, Der Kolibri Schmelz, Und Nachtigallkehlen

Vom Leman beseelen Das Badegehölz. Da flattert, im Scheine Des Mondes, der kleine

Geflügelte Wicht, Schlau, wie die Annalen Cytherens ihn malen, Mit sanftem Gesicht.

Aus dämmerndem Grunde Steigt eine Rotunde Von Jaspis empor, Die Wände wie Spiegel,

Von Golde die Riegel Am ehernen Thor. Da sprudelt im Dunkel, Erhellt von Karfunkel,

So alt wie die Zeit, Ein Quell, dessen Tugend Die Blume der Jugend Und Schönheit erneut.

Seit Salomo nahte Dem luftigen Staate Kein Aeronaut. Dies hat mir, nach Schriften

In Mumiengrüften, Ein Sylphe vertraut. Noch kann ich zu wenig Von dem, was der König

Der Geister gekonnt; Sonst wäre zur Stunde, Zusamt der Rotunde, Der Quell in Pyrmont.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Das Feenland · Friedrich von Matthisson · Poetry Cove