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1796

Beruhigung

Friedrich von Matthisson

Wo des Mondes bleicher Schimmer Durch der Kiefern Dunkel blickt, Wo um wildes Felsgetrümmer Sich die Efeuranke strickt;

Wo des Nebels Todtenschleier Sich um Herbstgesträuche dehnt; Wo am trüben Erlenweiher Dürres Rohr im Winde tönt;

Wo in schwarzen Alpenschlünden Dumpf der Bergstrom wiederhallt, Wo, ein Spiel den Abendwinden, Welkes Laub auf Gräber wallt:

Da, da wandelt, von der Thoren Eitler Schimmerbühne fern, Schwermut! der den du erkohren, Unter Ahndungsträumen, gern.

Da erfüllt ein stilles Sehnen Nach des Grabes Ruh' sein Herz; Da ergießt in heissen Thränen Sich der Seele banger Schmerz,

Und sein Blick durchschaut die trübe Zukunft ruhig bis ans Grab, Und es ruft: Gott ist die Liebe! Jeder Stern auf ihn herab.

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