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1790

An Thomann

Friedrich von Matthisson

Stürme sausen im Eichwald; seine Pfade Deckt des rauschenden Laubes brauner Teppich; Einsam trauren die Pfeiler der zerstörten Schattengewölbe.

Wenig kümmert am Heerd, bey Hochheims Nektar, Uns der heulende Nord, wiewohl er Flocken Stürmt, die Quelle bepanzert und des Hainthals Tempe verödet.

Sind des kehrenden Lenzes wir doch sicher, Der die Fluren verjüngt, den Hain beblütet Und aus himmlischer Urne des Entzückens Fülle vergeudet.

Thomann! aber wie wenn sein linder Odem Statt, im Nachtigallbusch, uns Blütenblätter In die Gläser zu streun, auf unsrer Grüfte Rasen sie wehte?

Heute duftet der Becher, heute röthet Uns die Glut der Gesundheit! spende Salben, Spende Mirthen zum Kranz, dem Heerd' entlodre Knatternd die Flamme!

Rasch im Fluge die Freud' umarmen, leise Nur den Mund ihr berühren, wie die Biene Nektarblumen berührt, o Freund, versezt uns Unter die Götter.

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