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1782

An Laura

Friedrich von Matthisson

Wann der Abend die Gefilde röthet, Alles sich im Dämmerlicht verschönt, Wann die Nachtigall im Grünen flötet, Und des Dorfes Glocke tönt;

Wann mit Golde sich die Wolken säumen, Wann des Baches Stimme leiser hallt, Und von duftbewölkten Gartenbäumen Blüthenregen niederwallt;

Oder wann, mit hoher Ahndung Schauer, Die verschwiegne Nacht vom Himmel sinkt, Und voll Sympathie und stiller Trauer Jeder Stern herunterblinkt;

Wann der volle Mond, mit bleichem Strale Schwermuthsvoll wie ein getrennter Freund, Auf die frühen moosbewachs'nen Maale Himmlischer Geliebten scheint:

Dann erwache, mit dem Himmelsklange Der Begeisterung, dein Saitenspiel, Dann, o Laura, werde zum Gesange Süsser Schwermuth dein Gefühl!

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