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1787

47. Die Zeugen

Maler Müller

Du grün bewachs'nes Thal Voll klarer, frischer Quellen, Du Bach, der du so sanft Hinrieselst deine Wellen,

Du wilder Wasserfall, Umflort von Silberweiden, O du geliebter Hain, Bei euch nur wohnen Freuden,

Wohnt Friede nur allein! Euch einen Tag zu meiden, Wär' meinem Herzen Pein! Denn wenn ich von ihr träume,

So träum' ich auch von euch! Wenn ihrer ich gedenke, Gedenk' ich eurer gleich. Denn hier in diesem Thal

Traf mich zum erstenmal Aus ihrem Aug' ein Strahl Der tief ins Herz mir drang, Der sie zu lieben mich

Für Ewigkeiten zwang. Hier lächelte sie mir, Hier hielt ich ihre Hand, Hier ihrer Lippe sich

Das süße Ja entwand. Ihr sahet all' mein Glück War't Zeugen meiner Lust; Zu euch, zu euch zurück

Zieht es mich unbewußt, Hier lausch' ich, ob ihr Tritt Nicht in den Büschen rausche – Und – ach, ich weiß es doch,

Daß ich vergebens lausche! Deckt nicht das kühle Grab, Was ich so heiß geliebt? Nacht, senke dich herab,

Die keinen Morgen giebt!

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