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1787

30. Die Schildkröte und die Ratte

Maler Müller

Vor dem Sturm eilt sich zu schützen Manches Thier dem Walde zu; Nur die Schildkröt' bleibet liegen Auf dem off'nen Feld in Ruh.

Dies erblickt die Ratte; zeigen Will sie auch den gleichen Mut, Daß auch sie der Sturm nicht schrecke Noch des Regens kühle Flut.

Tückisch grollend lacht der Eitlen Jene bei sich, denn sie sah Ueber sich, bald Unheil bringend, Weiße Hagelwolken nah.

Und nicht lang', so rauscht es; Schlossen Schlagen nieder, scharf und dick. In ihr Schild zieht jetzt die Kröte Sicher Kopf und Bein' zurück.

Doch die arme Ratte findet Keinen Schirm, der sie hier deckt; Und in wen'gen Augenblicken Liegt sie todt dahingestreckt.

Miß nicht, Armer, dich mit Reichen, In der Not deckt sie ihr Glück. Nackend sinkst du; jene freuet Oefters noch dein Mißgeschick.

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