Skip to content
1630

23.Brautschrifft

Friedrich von Logau

Ich weiß nicht, was man glaubt; ich weiß nicht, wem man trauet. Ich hätt' ein hohes Schloß, Herr Bräutigam, gebauet Auff eurer Worte Grund, als wie auff Fels und Stein; Seh' aber, daß die Welt nur wil betrogen seyn

Und ich mit sambt der Welt. Ihr sprecht: ihr seyd ergetzet, Daß euch deß Himmels Gunst für Augen hat gesetzet Den süssen Hochzeit-Tag, und meinet doch die Nacht, Die euch zum Vater weiht, die Braut zur Mutter macht.

Weil schwartzes ihr nun meint und weisses dennoch nennet, So sey euch, merket drauff, zur Strafe zuerkennet, Daß, wenn ihr meint, es soll das erst ein Söhnlein sein, So wird es E E E, wie Mutter Eva, schrein.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
23.Brautschrifft · Friedrich von Logau · Poetry Cove