Skip to content
1630

19.Das Haus-Leben

Friedrich von Logau

Ist Glücke wo und was, so halt ich mir für Glücke, Wann ich mein eigen bin, daß ich kein dienstbar Ohr Um weg verkauffte Pflicht darff recken hoch empor Und horchen auff Befehl. Daß mich der Neid berücke,

Da bin ich Sorgen-los; die schmale stürtze-Brücke, Darauff nach Gunst man zeucht, die bringt mir nicht Gefahr; Ich stehe, wo ich steh und bleibe, wo ich war. Der Ehre scheinlich Gifft, deß Hofes Meisterstücke

Was gehen die mich an? Gut! daß mir das vergnügen Für grosse Würde gilt! mir ist ja noch so wol, Als dem der Wanst zerschwüllt, dieweil er Hoffart voll; Wer biegen sich nicht kan, bleibt, wann er fället, liegen.

Nach Purpur tracht ich nicht; ich neme weit dafür, Wan Gott ich leben kan, dem Nechsten und auch mir.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
19.Das Haus-Leben · Friedrich von Logau · Poetry Cove