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1862

Waldnacht

Hermann von Lingg

Wie uralt weht's, wie längst verklungen In diesem tiefen Waldesgrün, Ein Träumen voller Dämmerungen, Ein dichtverschlungnes Wunderblühn!

Durch dieser Laubgewölbe Mitten, Sprich, bist du schon auf irrer Bahn Um Mitternacht dahingeschritten? Dann hebt auch hier der Zauber an.

Des Wolfs durchschossne Augen funkeln, Um schwarze Wipfel kreist der Weih, Im Moor auf Felsen glüht im Dunkeln Der Hirsche moderndes Geweih.

Vorüber jagt auf Flammenhufen Erlkönig sein goldmähnig Roß; Die Geige tönt, die Flöten rufen, Er reitet auf sein Elfenschloß.

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