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1862

Töchter des Gebirgs

Hermann von Lingg

Töchter des Gebirgs, die braunen Indiermädchen nahn zum Baden Sich des Stromes Felsgestaden. Wie sie lauschen, wie sie staunen

Vor den schäumenden Kaskaden! Ungewohnt nicht ist die Stelle, Aber heut schon eingenommen: Wilde Pferde sind gekommen,

Pferde der Prärie, die schnellen, Haben Furt und Flut durchschwommen. Wiehernd tummelt sich die Gruppe, Jagt sich in ein stillres Becken.

Wie sie da die Nüstern strecken Eines auf des andern Kruppe Und sich schmeicheln und sich lecken! Doch die Mädchen, sie besinnen

Sich nicht lang, und wie im Fluge Sitzt schon jede fest am Buge, Lauter junge Kriegerinnen, Bergestöchter, rasche, kluge.

Wurfspeer' halten ihre Zähne. Von der Federn Schmuck umflogen Und den nackten Arm gebogen Um der Rosse Hals und Mähne,

Reiten sie hindurch die Wogen. Von der Felsen Schlinggehänge, Vom Gezweig der Riesenbäume Brechen sie sich grüne Zäume.

Um das schwellende Gedränge Sprüht der Wasserfall die Schäume.

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