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1862

Nachtigall

Hermann von Lingg

Komm, Nachtigall, schwing dich hernieder Zum Garten im blühenden Hag, Komm, liebliche Sängerin, wieder, Sing deine melodischen Lieder

Hinüber dem scheidenden Tag. Noch schweigst du, was willst du verschweigen? Die Fülle so sehnlicher Qual? So lange nicht willst du dich zeigen,

So lang nicht in blühenden Zweigen Das Mondlicht leuchtet im Tal. Von heiligen Strahlen umfangen, In glühenden Wonnen erwacht,

Lobsingst du mit süßem Erbangen Das schüchterne Liebesverlangen, Du himmlische Stimme der Nacht.

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Nachtigall · Hermann von Lingg · Poetry Cove