Skip to content
1862

Hoch und niedrig

Hermann von Lingg

Ein Reiter, blank und blitzend, Sprengt aus dem Wald heran, Ein Hirt, am Wege sitzend, Sieht ihn bewundernd an.

Wär' ich so groß und trüge Solch Prachtkleid, denkt das Kind, Daß Blitz mein Eisen schlüge, Die Feder flög' im Wind!

Hei, Unschuld, denkt der Reiter, Wär' ich wie du! Dich jagt Die Qual nicht ruhlos weiter, Die mir im Herzen nagt. –

Wohl möchten Beide tauschen, Wünscht Jeder: wär' ich du! – Die Wipfel oben rauschen, Die Blume nickt dazu.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Hoch und niedrig · Hermann von Lingg · Poetry Cove