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1862

Herbstabend

Hermann von Lingg

Durchs Stoppelfeld auf Nebelstreifen Weht traurig kalt Novemberwind; Dort wankt am Wald mit Reisighäufen Ein armes Weib und führt ihr Kind.

Dort sucht man die vergessne Traube, Dort pflückt man Schleh' und Hagebutt. Im Hofe pickt die wilde Taube Ein Körnchen noch aus Stroh und Schutt.

Und hier, gebeugt auf müden Füßen, Kehrt Einer heim, arm und allein, Um noch zum letztenmal zu grüßen Die letzte Seele, die noch sein.

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Herbstabend · Hermann von Lingg · Poetry Cove